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Pressemitteilungen CBT

02.02.2012 - Wertschätzung - Vertrauen erwünscht

Projekt PflegeWert lud zum Politischen Abend in Berlin ein - Die CBT mbH ist Praxispartner im Modellprojekt PflegeWert.

Am 17.1.2012 wurden Ergebnisse des Forschungsprojektes und Handlungsanregungen mit Vertreter(inne)n von Politik und Verbänden diskutiert:

„Welchen Wert hat Pflege“ lautete der Titel eines politischen Abends bei der Bank für Sozialwirtschaft (BFS), zu dem das u. a. vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Modell-Projekt „PflegeWert“ gemeinsam mit der BFS eingeladen hatte.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Faktors Personal machte gleich zu Beginn Dietmar Krüger, M itglied des Vorstandes der BFS, deutlich. Das Personal spiele bereits heute bei der Kreditvergabe eine wesentliche Rolle. Krüger fordert, dass der Faktor Wertschätzung des Personals von den Unternehmen wesentlich stärker berücksichtigt werden müsse.

Prof. Dr. Michael Isfort vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) sieht eine „unglaubliche“ Zunahme der Beschäftigten in ambulanten und stationären Einrichtungen seit dem Jahr 2009. Je nach Berufsgruppe seien Steigerungsraten zwischen 34 % und 119 % zu verzeichnen. „Den Unternehmen ist es in den letzten zehn Jahren erfolgreich gelungen, Menschen in die Pflege zu bekommen“, betont Isfort und dabei stehe die Bezahlung „nicht an erster Stelle“. So habe eine Umfrage bei 736 Pflegemitarbeitern ergeben, dass u. a. eine finanzielle und zeitliche Unterstützung bei Weiterbildungen sowie eine familiengerechte Dienstplangestaltung „wichtiger“ seien.

Die Pflege, jedoch nicht die Eirichtungen selbst, genieße ein hohes gesellschaftliches Vertrauen, betont Isfort, der gleichfalls die Wertschätzung in den Mittelpunkt stellt. Dies hänge auch damit zusammen, dass die Pflegekräfte selbst „sehr stark mit der Sinnhaftigkeit ihres Berufes identifiziert“ seien. Isfort rät deshalb u. a. dazu, „positive Schlagzeilen zu produzieren“, „Erfolgsbesprechungen durchzuführen“, die „Sprache in und über die Pflege wertschätzend zu verbessern“, eine „wertschätzende Führungskultur“ und ein „wertschätzendes Gesundheitsmanagement“ sowie „wertschätzende Rückmeldesysteme“ aufzubauen.

Wertschätzung. Vertrauen erwünscht. "Personalausstattung ist ein Skandal."

Wenn Franz. J. Stoffer, ehemaliger Geschäftsführer der CBT GmbH, Köln, einige Wünsche frei hätte, wüsste er genau, welche dies wären. Beim politischen Abend des u. a. vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefö rderten Modell-Projekts „PflegeWert“ in der Bank für Sozialwirtschaft in Berlin machte er eines deutlich: „Wir brauchen mehr Vertrauen und mehr Personal“.

Vertrauen ist für Stoffer eine der Schlüsselgrößen wertschätzender Führung. Zugleich liegt jedoch im mangelnden Vertrauen für ihn das größte Dilemma der Pflegebranche. Es müsse ein Ende haben, dass aus Angst vor Missständen überbordende Überwachungssysteme installiert und eine ganze Branche mit ihren Mitarbeitenden unter Generalverdacht gestellt und in Sippenhaft genommen würden, mahnt Stoffer. Die Pflege benötige seitens der Politik eine Vertrauenskultur. Diese müsse „öffentlich bekundet werden, z. B. durch Reduzierung und Abschaffung unnötiger Kontrollen und Systeme wie die Pflegenoten“. Der bürokratische Aufwand sei enorm und verschlinge finanzielle und personelle Ressourcen, die der Pflege entzogen würden.

Die Pflege benötige eine ausreichende Personalbesetzung, fordert Stoffer weiter, der in dem seit 20 Jahren beka nnten Grunddefizit in der Altenpflege einen Skandal sieht: Die permanente personelle Unterbesetzung von ca. 20 Prozent sei viel zu knapp, um eine angemessene Pflege zu gewährleisten.

Der Pflegenotstand, den „Die Welt“ Anfang Oktober so vehement verneinte, werde schneller Wirklichkeit, als sich deren Redakteure vorstellen können. Denn würden deren „obskure Behauptung, „die Branche schummelt und operiert mit falschen Zahlen“ für bare Münze genommen, dürfte die Attraktivität des Berufes noch weiter sinken“, mahnt Stoffer eine sachgerechte Berichterstattung der Medien an. Bei all der mangelnden öffentlichen Wertschätzung des Altenpflegeberufes sei es nicht verwunderlich, dass immer mehr Mitarbeitende ihr Arbeitsfeld verlassen und junge Menschen nicht für diesen Beruf gewonnen werden können.

Stoffer sieht in der Wertschätzung eine Schlüsselgröße für Innovation, Qualität, wirtschaftlichen Erfolg sowie Gesundheit und Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Die Folgen mangelnder gesellschaftlicher und unternehmensinterner Wertschätzung seien dramatisch: Fachkräftemangel, hohe Fluktuation und schwacher Marktwert der Dienstleistung. Anerkennung von außen und Stolz auf die eigene Leistung durchbrechen jedoch diesen Teufelskreis, zeigt Stoffer Lösungswege auf.

Als zentralen Baustein des Erfolgs des Sozialunternehmens CBT sieht er die wertschätzende Führungskultur an. Seine Formel lautet daher: Wertschöpfung durch Wertschätzung. Dass sich dies rechnet zeige sich u. a. an der niedrigen Krankheitsquote von 3 % und der niedrigen Fluktuationsquote von 4 %. Für 95 % der befragten CBT-Mitarbeiter habe ihre Arbeit eine besondere Bedeutung und sei nicht nur einfach ein Job. Hierfür ausschlaggebend sei das Klima, der Umgangsstil, die Kommunikationsstruktur, die Tätigkeit, das Arbeitsumfeld, die Fort- und Weiterbildungen sowie der Stolz auf die eigene Arbeit und das Unternehmen.

Das Führungsverhalten, so Stoffer weiter, habe maßgeblich Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter. Dieses Wissen sei längst vorhanden, werde aber nicht ausreichend in der Praxis umgesetzt. Stoffer bringt es auf den Punkt: „Unternehmen sind nur so gut wie die Menschen, die für sie arbeiten. So wie man innen miteinander umgeht, wird man auch von außen wahrgenommen. Wer ein schlechter Arbeitgeber ist, disqualifiziert sich auch als Anbieter“.

(Quelle: sc-Newsletter exclusiv Nr. 2/ 30. Januar 2012)

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Impressionen zur Veranstaltung sind hier für Sie zusammengefasst.

 

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