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Leben im Alter

12.02.2012

Junge Leute enwickeln Seniorenkompass 2012

Augustiner Gutenbergschüler knüpfen ein Netzwerk mit Bewohner des Seniorenheims Sankt Monika

 

Generationen im Gespräch: (von links) Christiane Brüggemann, Cem, Claudia Kessens und Rene tauschen sich aus.  Foto: Antonia Clausen

Viel Besuch gab es jüngst im "Café Böhnchen". Es waren Gäste, die sonst eher selten von sich aus den Weg in das Seniorenheim Sankt Monika finden. Schüler der Gutenbergschule hatten dort Termine. Mit den Bewohnern. Ausgestattet mit Interviewbögen und vielen Fragezeichen im Gesicht, wollten die Jugendlichen wissen, was die Senioren in ihrer Freizeit machen oder machen möchten.

"Dieser Besuch ist Teil des Projekts 'Seniorenkompass'", erklärte Frank Uhland. Der Telekommitarbeiter hat das generationenübergreifende Vorhaben initiiert - und verspricht sich Vorteile für die Älteren und für die Jungen.

"Es geht um vielerlei Dinge", so Uhland. Zum einen lernen die Schüler durch die Erstellung des Fragebogens die Gesprächsführung, überhaupt das Vorstellen der eigenen Person und das Einstellen auf ein Gegenüber. Etwas, was auch für die Berufsvorbereitung wichtig sei. "Dazu kommt der Teamcharakter während des Projekts, das gemeinsame Arbeiten und der enge Kontakt zu den Senioren, die eine Menge zu berichten und die Schüler bereits unterstützt haben." Zwei der älteren Herren nämlich sind ehemalige Unternehmer und haben nach dem ersten Kennenlernen prompt zwei Praktikumsplätze organisiert.

"Ich kann mir vorstellen, dass es für Förderschüler noch schwieriger ist, sich bei einem Praktikum beweisen zu können", so Rudolf Walther. Der 90-Jährige hat den 14-jährigen Max unter seine Fittiche genommen - und korrigierte umgehend den einen oder anderen Rechtschreibfehler, den der Junge bei seinen Notizen machte. "Man muss ja gar nicht immer Abitur haben. Gute Handwerker werden mindestens genauso gebraucht", ist sich Hans Rüdiger Thau sicher. Der 76-Jährige weiß, wovon er spricht: Schließlich hat er 30 Jahre als selbstständiger Maurermeister gearbeitet und kennt noch genug Leute aus der Region, die sich über einen fleißigen, lernwilligen Schüler freuen würden.

Rüstige Dame würde gerne helfen

"Ich finde die Idee prima, und die alten Menschen sind sehr nett und gut drauf", bestätigt Deniz. Der türkisch-stämmige Junge ist 14 Jahre alt, und seine Gesprächspartnerin war Maria Zinnhobler, 90 Jahre. "Du bist ja sehr gut in Deutsch, aber wenn du einen Freund hast, der beim Lernen Hilfe braucht - ich würde euch gerne helfen", so die rüstige Dame. Ebenso wie Christiane Brüggemann, die den Schülern Rede und Antwort stand und auch den einen oder anderen Tipp für sie hatte.

Neben einem neuen Netzwerk entsteht mit dem "Seniorenkompass" eine Broschüre, in der für Ältere die Angebote aus dem Stadtteil und Möglichkeiten zu altersgerechten Aktivitäten zusammengefasst sind. "Es leben einige Senioren in Sankt Monika, die nicht aus der Region kommen und sich daher nicht so gut auskennen", erklärt Uhland. Das nötige Kleingeld dazu kommt von der Telekom. "Als ich den Vorschlag für dieses generationenübergreifende Projekt machte, bekam ich sofort grünes Licht."

Für April ist die Abschlusspräsentation geplant. Dann kommen die Schüler wieder ins Seniorenheim.

Quelle:General Anzeiger

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